fbpx

Was versteht man unter einer Wunde?

Eine Wunde wird allgemein definiert als ein pathologischer Zustand. Dabei wird Gewebe voneinander getrennt und/oder zerstört und kann auch mit einer entsprechenden Funktionseinschränkung einhergehen.
Wunden können in allen Geweben des Körpers auftreten, treffen aber weitaus am häufigsten die Haut. Mit „Wunde“ wird demnach meist eine Schädigung der Körperhülle bezeichnet, wogegen man bei inneren Organen eher von einer „Verletzung“ spricht.
Die Wundheilung kann in allen Körpergeweben erfolgen, aber prinzipiell immer nach den selben biochemischen Abläufen.

Regeneration versus Reparation

Normalerweise ist der Organismus bestrebt, eine Wunde so schnell wie möglich wieder zu verschließen um die Funktionen des geschädigten Gewebes wiederherzustellen. Zur Wundheilung sind alle Gewebe des Körpers befähigt. Ausgenommen davon sind nur die Zähne. Der ursprüngliche Zustand kann durch zwei verschiedene Arten wiederhergestellt werden: durch Regeneration oder durch Reparation.

Unter Regeneration versteht man den gewebespezifischen Ersatz eines verloren gegangenen Körperteils oder Organs. Im Tierreich gibt es dafür viele Beispiele wie die Neubildung eines kompletten Regenwurms aus den vorderen Körpersegmenten.

Beim Menschen ist die Regeneration nur noch im Bereich der Epithelien (Epidermis, Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts sowie der weiblichen Genitalien) vollständig möglich, in parenchymatösen Organen, wie zB. Der Leber, nur mehr eingeschränkt möglich.

Die Behebung eines Gewebedefektes erfolgt beim Menschen daher überwiegend durch Reparation. Dabei wird geschädigtes Gewebe durch Elemente des Binde- bzw. Stützgewebes ersetzt, die dann vernarben. Durch den narbigen Umbau des Gewebes können daher teilweise Einschränkungen der Funktion gegeben sein. Lediglich Defekte im Stützgewebe – vor allem in Knochen, Knorpeln und Sehnen – werden gewebetypisch wieder aufgebaut.

Die Wundheilung lässt sich also als Defektverschluss durch vernarbendes Stützgewebe in Verbindung mit Epithelregeneration definieren. Ziel ist es, die Form und Funktionen des geschädigten Gewebes wiederherzustellen.

(vgl. Die Prinzipien der Wundheilung, P.D. Asmussen, B. Söllner, Herausgeber Kammerlander, S. 24-25)